Frage:

Was ist eine "Körperschaftsteuer"? [24001]

Antwort:

Die Antwort zur "Körperschaftsteuer" ist nach folgenden Themen gegliedert (bitte wählen Sie aus):

Allgemeine Informationen

Die Körperschaftsteuer erhebt das Finanzamt auf das Einkommen von juristischen Personen. Was als Einkommen gilt und wie es zu ermitteln ist, bestimmt sich nach den Vorschriften des Körperschaftsteuer- und des Einkommensteuergesetzes.

Die Körperschaftsteuer ist eine Jahressteuer und beträgt 15 Prozent auf das zu versteuernde Einkommen eines Kalenderjahres. Auf die ermittelte Steuerschuld erhebt das Finanzamt zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag.

Die Körperschaftsteuer ist eine Gemeinschaftssteuer. Die Einnahmen fließen dem Bund und den Ländern gemeinsam zu.

Zuständige Stelle

ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich dier Geschäftsleitung befindet

Voraussetzungen

Wenn sich die Geschäftsleitung oder der Sitz im Inland befindet, sind unbeschränkt skörperschaftsteuerpflichtig: 

  • Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG)
  • Genossenschaften
  • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
  • sonstige juristische Personen  des Privatrechts (z.B. Vereine, Stiftungen)
  • nichtrechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen des privaten Rechts und
  • Betriebe gewerblicher Art von juristischen Personen des öffentlichen Rechts
    (z.B. wirtschaftliche Tätigkeit der Gemeinden).

Beschränkt steuerpflichtig sind Gesellschaften, die inländische Einkünfte haben, aber im Inland 

  • weder eine Geschäftsleitung
  • noch einen Sitz haben.
Steuerpflichtig sind nur die inländischen Einkünfte.

Geschäftsleitung ist der Ort, an dem die maßgeblichen Unternehmensentscheidungen getroffen werden. Der Sitz des Unternehmens wird von den Gesellschaftern im Gesellschaftsvertrag festgelegt und im Handelsregister eingetragen.

Hinweis: Gemeinnützige Vereine müssen nur für Einkünfte aus ihren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben Körperschaftsteuer leisten, sofern ihre Einkünfte über 5.000 € liegen. Weitere Informationen zur Besteuerung von Vereinen finden Sie unter dem Stichwort "Vereine" in den FAQ.

Verfahrensablauf

Sie müssen Ihre Körperschaftsteuererklärung authentifiziert elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Dies gilt auch für die dazugehörende

  • Steuerbilanz bzw. Handelsbilanz mit Überleitungsrechnung
  • Gewinn- und Verlustrechnung und
  • die Erklärung zur gesonderten Feststellung der Besteuerungsgrundlagen.
Die Authentifizierung erfolgt durch das ELSTER-Zertifikat. Dieses Zertifikat hat die Funktion einer elektronischen Unterschrift und dient Sicherheitszwecken. Das Zertifikat soll die
  • Vertraulichkeit
  • Identität des Absenders und
  • Unveränderbarkeit des Dateninhalts
der gesendeten Daten sicherstellen.
Um ein Zertifikat zu bekommen, müssen Sie sich im ElsterOnline-Portal registrieren. Dazu sind mehrere Arbeitsschritte notwendig (z. B. Absenden der Registrierungsdaten, Versenden einer Bestätigungs-Mail durch das ElsterOnline-Portal, Versenden des Aktivierungscodes per Briefpost). Registrieren Sie sich rechtzeitig, damit Sie Ihre Steuererklärung fristgerecht übermitteln können. Zur elektronischen Übermittlung steht Ihnen das Program ELSTER kostenlos zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der elektronischen Steuererklärung ELSTER.

Das Finanzamt ermittelt die Höhe der Steuer. Anschließend erhalten Sie einen Bescheid mit einer Zahlungsaufforderung oder Informationen zu einer Guthabenauszahlung.

Fristen

  • Übermittlung der Körperschaftsteuererklärung für das vorangegangene Kalenderjahr: bis 31. Mai
  • Vorauszahlung auf die Körperschaftsteuer:
    • 10. März
    • 10. Juni
    • 10. September
    • 10. Dezember

Als Vorauszahlung müssen Sie pro Termin ein Viertel der Steuer, die für das letzte Jahr berechnet wurde, zahlen. 

Erforderliche Unterlagen

  • Körperschaftsteuererklärung mit entsprechenden Anlagen
  • Erklärung zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen
  • Steuerbilanz bzw. Handelsbilanz mit Überleitungsrechnung

Kosten/Leistung

keine

Sonstiges

Hinweis: Die Körperschaft muss den von Ihr erwirtschafteten Gewinn selbst versteuern. Gleichzeitig kann sie diesen Gewinn an Ihre Gesellschafterinnen und Gesellschafter ausschütten. Bei diesen unterliegt die Gewinnausschüttung der Besteuerung mit Einkommensteuer.

Um eine Doppelbesteuerung zu vermindern, werden Ausschüttungen bei der Gesellschafterin oder dem Gesellschafter nur mit einem Steuersatz von 25 Prozent besteuert (Abgeltungsteuer). Alternativ können Sie als Gesellschafter oder Gesellschafterin in Ihrer Einkommensteuererklärung beantragen, dass stattdessen 60 Prozent der Ausschüttung mit Ihreem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden (Teileinkünfteverfahren).

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt.

Rechtsgrundlage

Hinweis: Die aktuellen Fassungen der steuerlichen Gesetze und Verordnungen finden Sie im Internet unter http://bundesrecht.juris.de. Das Bundesministerium der Justiz und die juris GmbH stellen dort für interessierte Bürgerinnen und Bürger nahezu das gesamte aktuelle Bundesrecht im Volltext bereit (kostenlos!). Bitte beachten Sie die Hinweise zur Nutzung dieses kostenlosen Dienstes.

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