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Frage:

Was ist eine "Lohnsteuer" und welches Verfahren gibt es dazu in der Steuerverwaltung? [31001]

Antwort:

Hinweis zur Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte im Jahr 2013

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder den 1. November 2012 als Starttermin für das Verfahren der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM-Verfahren) bestimmt. Ab diesem Zeitpunkt besteht für die Arbeitgeber die Möglichkeit, die ELStAM ihrer Arbeitnehmer mit Wirkung ab dem 1. Januar 2013 abzurufen und dem Lohnsteuerabzug für 2013 zugrunde zu legen.

Das BMF-Schreiben im Entwurf (Stand: 02. Oktober 2012) regelt die Einzelheiten.
Die nachfolgenden Ausführungen werden in Kürze um die bundeseinheitlichen Regelungen für den Lohnsteuerabzug 2013 ergänzt.

Die Antwort zur "Lohnsteuer" ist nach folgenden Themen gegliedert (bitte wählen Sie aus):

Allgemeine Informationen
Zuständige Stelle
Verfahren  
Vordrucke  
Erforderliche Unterlagen  
Kosten  
Sonstiges
Rechtsgrundlage

Allgemeine Informationen

Was ist die Lohnsteuer?
Bei Arbeitnehmern wird die auf den Arbeitslohn zu zahlende Einkommensteuer im Wege des Abzugs vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer). Mit dem Steuerabzug ist das Besteuerungsverfahren im Allgemeinen abgeschlossen, es sei denn, dass für den Arbeitnehmer nach Ablauf des Kalenderjahres noch die Pflicht zur Durchführung der Veranlagung zur Einkommensteuer besteht bzw. diese vom Arbeitnehmer beantragt wird.

Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer bei jeder Lohnzahlung einzubehalten. Grundlage des Lohnsteuerabzugs sind die individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale auf der Lohnsteuerkarte 2010/ Ersatzbescheinigung 2011, die der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber vorlegen muss.

Die Gemeinden haben den Arbeitnehmern letztmalig für das Kalenderjahr 2010 eine Lohnsteuerkarte ausgestellt. Die Lohnsteuerkarte in Papierform wird ab dem Kalenderjahr 2013 durch vom Arbeitgeber abrufbare elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (Verfahren der Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale - ELStAM) ersetzt werden. Die für das Lohnsteuerabzugsverfahren maßgebenden Merkmale, wie Steuerklasse, ggf. Faktor, Zahl der Kinderfreibeträge, andere Freibeträge, aber auch das Kirchensteuermerkmal werden von der Finanzverwaltung für alle Arbeitnehmer künftig dauerhaft in einer zentralen Datenbank gespeichert. Die Finanzverwaltung stellt auf Basis dieser Daten die Lohnsteuerabzugsmerkmale den Arbeitgebern für das Jahr 2013 zum elektronischen Abruf bereit.
Bis zur Einführung des Verfahrens der ELStAM – insbesondere im Übergangsjahr 2012 - ist die Lohnsteuerkarte 2010 bzw. die vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigung 2011 mit allen eingetragenen Merkmalen, wie Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Frei- und Hinzurechnungsbetrag, Religionsmerkmal sowie ggf. Faktor, weiterhin gültig.
Benötigen Arbeitnehmer im Jahr 2012 eine „Lohnsteuerkarte“, weil sie erstmals eine Beschäftigung aufnehmen (z.B. auch einen Nebenjob) oder ihre Lohnsteuerkarte 2010 bzw. ihre Ersatzbescheinigung 2011 verloren haben, stellt das Wohnsitzfinanzamt auf förmlichen Antrag hin eine Ersatzbescheinigung für das Jahr 2012 aus.Diese Bescheinigung muss dem Arbeitgeber vorgelegt werden.

Hinweis:
Weitere Informationen zum neuen elektronischen Verfahren und dem Weg dorthin erhalten Sie auch unter http://www.elster.de (Arbeitnehmer/Elektronische Lohnsteuerkarte).

Die Lohnsteuer hat der Arbeitgeber zu bestimmten Fälligkeitsterminen bei dem für seinen Betrieb zuständigen Finanzamt anzumelden und abzuführen.

Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses oder am Ende eines Kalenderjahrs hat der Arbeitgeber das Lohnkonto des Arbeitnehmers abzuschließen und eine Lohnsteuerbescheinigung auszustellen.

Der Arbeitgeber hat grundsätzlich die Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitnehmers auf elektronischem Weg an die Finanzverwaltung zu übermitteln und dem Arbeitnehmer diese Daten in elektronischer oder in Papierform zur Verfügung zu stellen.

Im Laufe des Kalenderjahres zu viel einbehaltene Lohnsteuer wird dem Arbeitnehmer nach Ablauf des Jahres erstattet. Das geschieht im Wege des (betrieblichen) Lohnsteuer-Jahresausgleichs beim Arbeitgeber, den dieser in bestimmten Fällen durchzuführen hat, und/oder durch eine Antragsveranlagung des Arbeitnehmers beim Finanzamt (z.B. um nachträglich Werbungskosten berücksichtigen zu lassen).
In bestimmten Fällen ist auch für Arbeitnehmer zur Feststellung der Jahressteuerschuld eine Veranlagung zur Einkommensteuer zwingend vorgeschrieben. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Fälle, in denen der Arbeitnehmer noch andere Einkünfte bezogen hat oder ein Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt wurde und der vom Arbeitnehmer erzielte Arbeitslohn bestimmte Grenzen übersteigt. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer werden ebenfalls etwa zu viel einbehaltene Steuern erstattet, aber auch etwa zu wenig erhobene Steuern nachgefordert.

Wer zahlt die Lohnsteuer?
Schuldner der Lohnsteuer ist der Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber ist jedoch für die ordnungsgemäße Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer an das Finanzamt verantwortlich. Stellt das Finanzamt bei einer Prüfung fest, dass die Lohnsteuer zu niedrig einbehalten wurde, so kann es den Arbeitgeber oder unmittelbar den Arbeitnehmer für die Fehlbeträge in Anspruch nehmen.

Der Verpflichtung zur Erhebung und Abführung der Lohnsteuer unterliegt jeder inländische Arbeitgeber. Dabei ist die Lohnsteuer nicht nur bei Arbeitnehmern einzubehalten, die im Inland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben (unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer), sondern grundsätzlich auch bei Arbeitnehmern, die im Inland weder einen Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben, jedoch Arbeitslohn von einem inländischen Arbeitgeber beziehen (beschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer).

Wie hoch ist die Lohnsteuer?
Der Lohnsteuerabzug wird vom Arbeitslohn vorgenommen. Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis oder aus einem früheren Dienstverhältnis zufließen. Zu den Einnahmen zählen nicht nur Barvergütungen, sondern auch Sachbezüge (z.B. Kost und Logis) und andere geldwerte Vorteile (z.B. private Firmenwagennutzung). Es kommt nicht darauf an, ob es sich um einmalige oder laufende Einnahmen handelt oder ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht. Es ist auch unerheblich, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form die Einnahmen gewährt werden.

Die Lohnsteuer wird nach dem Arbeitslohn so bemessen, dass sie der Einkommensteuer entspricht, die der Arbeitnehmer schuldet, wenn er ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt.

Um dem Arbeitgeber die Steuerberechnung zu erleichtern, werden die Arbeitnehmer nach Familienstand in unterschiedliche Steuerklassen eingeordnet. Aus der jeweiligen Steuerklasse ergibt sich, ob der Eimkommensteuergrundtarif (Steuerklassen I, II, IV) oder der Einkommensteuersplittingtarif (Steuerklassen III, V) anzuwenden ist und welche Freibeträge und Pauschbeträge zu berücksichtigen sind. Es handelt sich dabei um den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich – ab dem Jahr 2011 – (Steuerklassen I bis V), den Sonderausgaben-Pauschbetrag (Steuerklassen I bis V), die Vorsorgepauschale (Steuerklassen I bis VI) und den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.308 Euro jährlich (Steuerklasse II).

Dabei sind einzuordnen in die

Steuerklasse I:
ledige und geschiedene Arbeitnehmer sowie verheiratete Arbeitnehmer die von ihrem Ehegatten dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer gehören ebenfalls in die Steuerklasse I, wenn der Ehegatte vor dem Jahr 2011 verstorben ist. In die Steuerklasse I gehören auch Arbeitnehmer, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben.

Steuerklasse II:
die zur Steuerklasse I genannten Arbeitnehmer, wenn ihnen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird Arbeitnehmern gewährt, die „alleinstehend“ sind und zu deren Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das ihnen ein Freibetrag für Kinder oder Kindergeld zusteht. Das Kind muss außerdem bei diesen Arbeitnehmern mit Haupt- oder Nebenwohnung gemeldet sein. „Alleinstehend“ sind Arbeitnehmer, die nicht die Voraussetzungen für die Anwendung des Splitting-Verfahrens erfüllen oder verwitwet sind und keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bilden. Unschädlich ist für die Gewährung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende, wenn ein anderes volljähriges Kind in den Haushalt aufgenommen wurde, für das dem Arbeitnehmer ein Freibetrag für Kinder oder Kindergeld zusteht oder das den gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienst leistet, sich freiwillig für die Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet hat oder eine vom gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer ausübt.

Steuerklasse III:
verheiratete Arbeitnehmer, wenn der Ehegatte des Arbeitnehmers keinen Arbeitslohn bezieht oder dieser Arbeitslohn bezieht und in die Steuerklasse V eingereiht wird. Verwitwete Arbeitnehmer gehören nur für das auf das Todesjahr des Ehegatten folgende Kalenderjahr in die Steuerklasse III,

Steuerklasse IV:
verheiratete Arbeitnehmer, wenn beide Ehegatten Arbeitslohn beziehen.

Steuerklasse V:
verheiratete Arbeitnehmer – an Stelle der Steuerklasse IV – , wenn der andere Ehegatte auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse III eingereiht wird.

Steuerklasse VI:
Arbeitnehmer, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn erhalten, für die Einbehaltung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten und weiteren Dienstverhältnis.

Hinweis:
Anstelle der Steuerklassenkombinationen III/V können Arbeitnehmerehegatten das Faktorverfahren wählen. Hierbei wird der Lohnsteuerabzug anhand der Steuerklassenkombination IV/IV in Verbindung mit einem vom Finanzamt zu berechnenden Faktor vorgenommen. Durch Anwendung der Steuerklasse IV wird erreicht, dass der für jeden Ehegatten geltende Grundfreibetrag beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt wird. Anhand des Faktors von 0,.. wird der Lohnsteuerabzugs eines jeden Ehegatten zugleich entsprechend der Wirkung des Splittingverfahrens gemindert.

TIPP: Haben Sie noch weitere Fragen zur Lohnsteuer, wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt oder schauen Sie mal bei der FAQ-Themengruppe "Lohnsteuerkarte/Ersatzbescheinigung" nach.

Zuständige Stelle

Ihr Arbeitgeber bzw. das Finanzamt

Verfahren

Lohnsteuerabzugsverfahren
Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs hat der unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber vor Beginn des Kalenderjahres oder bei Eintritt in das Arbeitsverhältnis eine Lohnsteuerkarte 2010/Ersatzbescheinigung 2011 bzw. 2012 vorzulegen. Wird ein im Jahr 2010 oder 2011 bestehendes Dienstverhältnis im Jahr 2012 fortgesetzt, hat der Arbeitgeber die auf der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. Ersatzbescheinigung 2011 eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale unter Beachtung zwischenzeitlich geänderter Eintragungen weiter anzuwenden.

Hinweis:
Sind aufgrund geänderter Lebensverhältnisse für das Jahr 2012 gegenüber dem Jahr 2011 abweichende Lohnsteuerabzugsmerkmale maßgebend, kann das Finanzamt die Lohnsteuerkarte 2010 oder die Ersatzbescheinigung 2011 berichtigen, Der Arbeitnehmer kann dann die berichtigte Lohnsteuerkarte/Ersatzbescheinigung seinem Arbeitgeber für den korrekten Lohnsteuerabzug in 2012 vorlegen.

Aus Vereinfachungsgründen kann der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber in diesen Fällen die für das Jahr 2012 maßgeblichen Lohnsteuerabzugsmerkmale auch anhand anderer Bescheinigungen nachweisen:

  • Informationsschreiben des Finanzamts über die „erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug (ELStAM)“ oder 
  • Ausdruck bzw. sonstige Papierbescheinigung des Finanzamts mit den ab 01.01.2012 oder zu einem späteren Zeitpunkt in 2012 gültigen Lohnsteuerabzugsmerkmalen

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Arbeitgeber im Besitz der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. der Ersatzbescheinigung 2011 mit einer der Steuerklassen I bis V ist (= erstes Dienstverhältnis).

Bitte Beachten Sie: Legt der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber das Informationsschreiben, den Ausdruck oder die sonstige Papierbescheinigung des Finanzamts vor, sind allein die darin ausgewiesenen Lohnsteuerabzugsmerkmale maßgebend. Die in der zuletzt ausgestellten Bescheinigung enthaltenen Merkmale überschreiben sämtliche auf der Lohnsteuerkarte 2010 oder Ersatzbescheinigung 2011 eingetragenen Merkmale. Folglich überschreibt z.B. das dem Arbeitgeber für den Lohnsteuerabzug 2012 vorgelegte Informationsschreiben über die ELStAM einen in der Lohnsteuerkarte 2010 ausgewiesenen Freibetrag auch dann, wenn im Infoschreiben über die ELStAM kein Freibetrag enthalten ist.

Der vereinfachte Nachweis der Lohnsteuerabzugsmerkmale ist auch dann möglich, wenn der Arbeitnehmer im Jahr 2012 in ein neues erstes Arbeitsverhältnis (Steuerklasse I bis V) wechselt.

Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuerkarte 2010, die Ersatzbescheinigung 2011 bzw. 2012, das Informationsschreiben über die ELStAM, den Ausdruck bzw. eine sonstige Papierbescheinigung des Finanzamts im Übergangszeitraum 2012 weiter aufzubewahren. Wird keine Lohnsteuerkarte 2010/Ersatzbescheinigung 2011 bzw. 2012 vorgelegt, hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach der Steuerklasse VI zu ermitteln.

Beginnen ledige Arbeitnehmer im Jahr 2012 erstmals eine Ausbildung im ersten Dienstverhältnis kann der Arbeitgeber ausnahmsweise auf die Vorlage einer Ersatzbescheinigung 2012 verzichten. Der Arbeitgeber kann für diese Auszubildende, die Steuerklasse I bei der Berechnung der Lohnsteuer zugrunde legen. Hierfür muss der Auszubildende dem Arbeitgeber seine Identifikationsnummer, sein Geburtsdatum und seine Religionszugehörigkeit mitteilen, sowie schriftlich bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt. Der Arbeitgeber hat diese schriftliche Bestätigung als Beleg zum Lohnkonto zu nehmen und mindestens bis zum Ablauf des Kalenderjahres aufzubewahren.
Wurde diese bereits im Jahr 2011 geltende Vereinfachungsregelung für ein in 2011 begonnenes Ausbildungsverhältnis in Anspruch genommen, kann im Jahr 2012 die Lohnsteuer weiterhin nach Steuerklasse I ermittelt werden. Der Auszubildende muss seinem Arbeitgeber hierfür lediglich schriftlich bestätigen, dass es sich weiterhin um das erstes Dienstverhältnis handelt.

Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer
Der Arbeitgeber hat spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums dem Finanzamt eine elektronische Lohnsteueranmeldung zu übermitteln.

Veranlagungsverfahren
Die Veranlagung ist ein förmliches Verfahren, bei welchem der Arbeitnehmer eine Steuererklärung bei seinem zuständigen Wohnsitzfinanzamt einreicht und das Finanzamt auf Grund seiner Angaben die Besteuerungsgrundlagen ermittelt und die Einkommensteuer festsetzt.

Arbeitnehmer, die nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit beziehen, müssen grundsätzlich keine Steuererklärung bei ihrem Finanzamt abgeben. Ihre Verpflichtung ist regelmäßig mit dem vom Arbeitgeber vorgenommenen Lohnsteuerabzug abgegolten.
Es gibt zwei verschiedene Formen der Veranlagung von Arbeitnehmern zur Einkommensteuer:

Pflichtveranlagung
Ist eine Pflichtveranlagung durchzuführen, so ist der Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Eine Pflichtveranlagung wird beispielsweise durchgeführt, wenn

  • der Arbeitnehmer steuerfreie, aber dem Progressionsvorbehalt unterliegende Entgelt-/ Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld), Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder positive ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen hat,

  • der Arbeitnehmer oder sein Ehegatte neben seinem Arbeitslohn noch andere Einkünfte (z.B. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) hat, deren positive Summe mehr als 410 Euro beträgt; Renten sind bei der Ermittlung der Einkünfte nur mit dem steuerpflichtigen Anteil und nach Abzug eines Werbungskosten-Pauschbetrags von insgesamt 102 Euro steuerlich zu erfassen,

  • der Arbeitnehmer nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn bezogen hat,

  • bei zusammenveranlagten Arbeitnehmer-Ehegatten der Arbeitslohn eines Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert oder bei Steuerklasse IV der Faktor eingetragen worden ist,

  • auf der Lohnsteuerkarte 2010/Ersatzbescheinigung 2011 oder 2012 ein Freibetrag (ausgenommen: Pauschbetrag für Behinderte oder für Hinterbliebene) eingetragen wurde und der im Kalenderjahr insgesamt erzielte Arbeitslohn 10.200 Euro oder bei Ehegatten, die die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung erfüllen, insgesamt erzielte Arbeitslohn 19.400 Euro übersteigt.

Die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung ist grundsätzlich der 31. Mai des Folgejahres; diese Frist kann aber auf Antrag verlängert werden.

Antragsveranlagung
Wenn kein Pflichtveranlagungsgrund besteht, kann der Arbeitnehmer zur Einkommensteuer veranlagt werden, wenn er dies beantragt. Es gilt die reguläre Festsetzungsfrist von vier Jahren. D.h. für das Jahr 2010 kann der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung bis zum 31.12.2014 beim Finanzamt gestellt werden.

Hinweis:
Der Arbeitnehmer ist immer verpflichtet eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen, wenn er hierzu vom Finanzamt aufgefordert wird.

Vordrucke

Die Einkommensteuererklärung ist schriftlich nach amtlichem Vordruck beim Wohnsitzfinanzamt abzugeben. Die erforderlichen Einkommensteuererklärungsformulare werden von der Finanzverwaltung auf verschiedene Weise kostenlos zur Verfügung gestellt:

Im Internet
Elektronische Übermittlung der Erklärungsdaten an das Finanzamt
Es empfiehlt sich die Nutzung des von der Finanzverwaltung bereitgestellten kostenlosen Steuerprogramms „ElsterFormular“. Dieses Programm können Sie von der Internetseite https://www.elster.de herunterladen. Bitte informieren Sie sich dort wegen weiterer Einzelheiten. Das Steuerprogramm können Sie alternativ auf CD-ROM bei jedem Finanzamt (Service Center) kostenlos abholen.
Wichtiger Hinweis: Die mit „ElsterFormular“ abgegebenen Steuererklärungen werden beim Finanzamt beschleunigt bearbeitet!

Herunterladen der Erklärungsformulare ohne elektronische Übermittlung der Erklärungsdaten an das Finanzamt
Das Land Baden-Württemberg bietet eine Reihe von Steuererklärungsformularen zum Herunterladen unter >Formulare >5. Das Download-Angebot an. Diese Formulare können zwar ausgedruckt und zum Teil auch zuvor am PC ausgefüllt werden, nicht aber per Internet/E-Mail an das zuständige Finanzamt übermittelt werden. Bitte senden Sie die auf diesem Weg erstellten Steuererklärungen per Post an Ihr Finanzamt oder geben Sie sie persönlich beim Service Center Ihres Finanzamts ab.

Beim Finanzamt
Ab Anfang Januar können Sie die Erklärungsvordrucke persönlich beim Service Center Ihres Finanzamts abholen. Häufig benötigte Einkommensteuerformulare samt Anleitungen erhalten Sie auch bei den Verwaltungen der Städte und Gemeinden.

Vordrucke für die steuerlichen Berater
Steuerlich beratene Steuerbürger erhalten keine Steuererklärungsvordrucke zugesandt. Die Vordrucke werden den steuerlichen Beratern auf deren Anforderung unmittelbar zur Verfügung gestellt. 

Erforderliche Unterlagen

Neben der Einkommensteuererklärung sind für die Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung folgende Unterlagen notwendig:

• Lohnsteuerkarte/n 2010/Ersatzbescheinigung/en 2011 (wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung nicht elektronisch an das Finanzamt übermittelt)
• Zuwendungsbestätigungen
• Bescheinigungen über einbehaltene Kapitalertragsteuer
• Beleg über den Nachweis einer Behinderung
• Belege über anzusetzende Werbungskosten/Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen.

Kosten

keine

Sonstiges

 

Weitere Informationen können Sie auch den „aktuellen Steuertipps“ und „Steuerratgebern“ entnehmen, die das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg im Internet unter >Service >Publikationen>Steuern bereitstellt. Informationen erhalten Sie auch bei Ihrem  Finanzamt.

Rechtsgrundlage

Die Lohnsteuer ist eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer, also keine Steuer eigener Art.
Rechtsgrundlage ist das Einkommensteuergesetz (EStG). Ergänzend zu den lohnsteuerlichen Vorschriften des EStG ist die Lohnsteuer-Durchführungsverordnung erlassen worden. Sie enthält Rechtsvorschriften zum Lohnsteuerabzug, soweit dieser im Einkommensteuergesetz nicht abschließend geregelt ist.

Hinweis: Sie können den o.g. Gesetzestext auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Justiz aufrufen. Bitte beachten Sie auch die dort aufgeführten Erläuterungen zur Nutzung dieses kostenlosen Dienstes.

 

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