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Frage:

Ich bin "Grenzgänger" von der / in die Schweiz. Welche Besonderheiten sind zu beachten? [13056]

Antwort:

Wann bin ich "Grenzgänger" von der / in die Schweiz?

Grenzgänger im Sinne des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland-Schweiz sind Personen, die in einem Vertragsstaat ansässig sind und im anderen Vertragsstaat arbeiten und von dort regelmäßig an ihren Wohnsitz zurückkehren. Der Arbeitslohn unterliegt im Tätigkeitsstaat dann einem Steuerabzug in Höhe von 4,5 % des Bruttoarbeitslohns und ist im Wohnsitzstaat zu besteuern. Die beiden Wohnsitzstaaten berücksichtigen dabei den Steuerabzug bei der Einkommensteuerveranlagung unterschiedlich.

Die Grenzgängereigenschaft hängt ausschließlich von der regelmäßigen Rückkehr an den Wohnsitz ab. Eine regelmäßige Rückkehr wird auch dann angenommen, wenn sich die Arbeitszeit über mehrere Tage erstreckt (z.B. Schichtarbeiter, Krankenhauspersonal mit Bereitschaftsdienst).

Wenn der Grenzgänger aus beruflichen Gründen an bis zu 60 Arbeitstagen im Kalenderjahr nicht an seinen Wohnsitz zurückkehrt, bleibt die Grenzgängereigenschaft erhalten. Privat veranlasste Übernachtungen im Tätigkeitsstaat werden bei der Berechnung nicht mitgezählt. Beginnt oder endet die Beschäftigung im Tätigkeitsstaat im Laufe des Kalenderjahres oder liegt eine Teilzeitbeschäftigung an bestimmten Tagen vor, ist diese 60-Tage-Grenze entsprechend zu kürzen.

Was muss ich als "Grenzgänger" von der / in die Schweiz beachten?

  • Von der Schweiz nach Deutschland einpendelnde Grenzgänger:

    Erfüllt ein in der Schweiz ansässiger Arbeitnehmer die Voraussetzungen als Grenzgänger, so wird sein Arbeitslohn in der Schweiz besteuert und in Deutschland wird nur ein Lohnsteuerabzug begrenzt auf 4,5 % des Bruttoarbeitslohns vorgenommen. Der Arbeitslohn wird zur Berücksichtigung der Abzugssteuer in der Schweiz lediglich zu 80 % der Besteuerung unterworfen.

    Der deutsche Arbeitgeber kann von der Einbehaltung der vollen Lohnsteuer jedoch nur absehen, wenn ihm eine Ansässigkeitsbescheinigung des Schweizer Grenzgängers vorliegt. Die Ansässigkeitsbescheinigung ist vom Grenzgänger mit dem Vordruck Gre-1 in dreifacher Ausfertigung beim zuständigen kantonalen Steueramt zu beantragen. Das kantonale Steueramt bestätigt die Ansässigkeit und behält die dritte Ausfertigung des Vordrucks. Die beiden übrigen Bescheinigungen sendet es an den Grenzgänger zurück, der die erste Ausfertigung seinem Arbeitgeber übergibt und die andere behält.

    Diese Ansässigkeitsbescheinigung gilt jeweils für ein Jahr. Die Bescheinigung wird für das jeweilige Folgejahr dem Grenzgänger ohne Antrag von der zuständigen Behörde erteilt (Vordruck Gre-2). Zu beachten ist jedoch, dass bei einem Arbeitgeberwechsel eine neue Ansässigkeitsbescheinigung beantragt werden muss. Etwas anderes kann gelten, wenn der Wohnsitz von Deutschland in die Schweiz verlegt wurde.
  • Von Deutschland in die Schweiz einpendelnde Grenzgänger:

    Steuerpflichtige, die das erste Mal eine Grenzgängertätigkeit in der Schweiz aufnehmen, finden in diesem Merkblatt Informationen zum Ablauf des Besteuerungsverfahrens. Die Vordrucke "Gre-1" (Ansässigkeitsbescheinigung) und "S 2 - 76" (Fragebogen) können Sie auch hier herunterladen.

Wo kann ich weitere Auskünfte zu den besonderen Besteuerungsproblemen als "Grenzgänger" erhalten?

Wegen weiterer Auskünfte wenden Sie sich bitte an das für Sie zuständige Finanzamt oder einen Steuerberater. Allgemeine Informationen sind auch im Internet unter http://www.infobest.org zu erhalten.

 

 

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